
Kronen Zeitung
„SOLL BUDGET PRÜFEN“
Rangnick überrascht: Deutschlehrer für ÖFB-Kicker?
Auf Ralf Rangnick und sein Team wartet drei Monate vor der WM in Nordamerika die Herausforderung, zwei neue Hoffnungsträger in das funktionierende Gefüge der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft zu integrieren. Gerade hinsichtlich BVB-Juwel Carney Chukwuemeka wartete der Teamchef dann mit einem besonderen Vorschlag auf.
Rangnick sieht sowohl Paul Wanner (20) als auch Carney Chukwuemeka (22) im offensiven Mittelfeld am besten aufgehoben. Dort ist der Konkurrenzkampf im ÖFB-Team bereits groß.
„Wenn wir kein Verband wären, sondern ein Verein, könnte man sagen, dass das zwei nicht so ganz schlechte, verkehrte Transfers sind, die da jetzt passiert sind“, meinte Rangnick bei der erstmaligen Einberufung des Duos am Montag in Wien. Wanner hat seine Karriere in deutschen Nachwuchsauswahlen hinter sich gelassen, um künftig für Österreich zu spielen, Chukwuemeka jene in englischen. Die Vorgehensweise, Geduld zu bewahren und zu keinem Zeitpunkt Druck auszuüben, habe sich bezahlt gemacht, erklärte Rangnick.
Gedränge auf den Zehnerpositionen
„Die beiden sind Mittelfeldspieler, ganz klar, eher Achter“, sagte der Teamchef über die beste Positionierung des Duos. Im ÖFB-Team würden sie am ehesten für die Zehnerrolle infrage kommen, die es in seinem 4-2-3-1-System laut Rangnick dreimal gibt. Christoph Baumgartner scheint im Zentrum als „Neuneinhalb“, wie es Rangnick formulierte, ebenso gesetzt wie Marcel Sabitzer halblinks. Halbrechts stand zuletzt meist Werder Bremens Romano Schmid in der Startformation.
Wanner kam bei seinem Klub PSV Eindhoven zuletzt auch auf einer Doppelsechs im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. „Ob er das auf dem Level, wo wir das brauchen, auch kann, werden wir im kommenden Lehrgang sehen“, meinte Rangnick. „Aber er könnte das zumindest theoretisch.“ Chukwuemeka dagegen sei seiner Meinung nach eine Etage weiter vorne „besser aufgehoben“. Der Konkurrenzkampf im Mittelfeld werde durch das Duo nicht kleiner. „Aber am Ende belebt das ja immer wieder auch das Geschäft.“
Beide Spieler hätten die Möglichkeit, sich beim Teamcamp nächste Woche in Marbella sowie gegebenenfalls auch in den WM-Tests gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März) in Wien zu präsentieren und für die WM zu empfehlen. „Es hängt schon auch davon ab, welche Leistungen sie jetzt bei dem Lehrgang zeigen“, sagte Rangnick über die WM-Chancen des Duos. Natürlich treffe er die Kaderentscheidungen subjektiv. „Am Ende nominieren sich die Spieler durch ihre Leistungen aber selber.“
Chukwuemeka spricht bisher kein Deutsch
Um die Integration ins Mannschaftsgefüge macht sich der Teamchef wenig Sorgen. Wanner war im November 2022 – „lustigerweise in Marbella“, wie Rangnick erinnerte – bereits als Trainingsgast im ÖFB-Team dabei. „Insofern ist er kein Unbekannter, für ihn ist es eher so ein bisschen wie ein ‘Welcome back‘“. Bei Chukwuemeka sei die Situation anders. Der gebürtige Wiener, der in England aufgewachsen ist, kennt zwar Sabitzer von seinem Klub Borussia Dortmund, spricht bisher aber kein Deutsch.
Die Kabinensprache Englisch ist zwar bei vielen Großklubs weit verbreitet. „Ich habe Carney aber gesagt, dass es nicht ganz verkehrt wäre, wenn er die nächsten Wochen und Monate nutzen würde, zumindest ein paar Fußballfachbegriffe auf Deutsch zu lernen“, sagte Rangnick. Das würde nicht nur ihn, sondern vermutlich auch die Dortmund-Verantwortlichen um Trainer Niko Kovac freuen. Er überlege auch, einen Deutschlehrer nach Marbella mitzunehmen. Bernhard Neuhold solle die Finanzierbarkeit im Budget prüfen, sagte Rangnick schmunzelnd in Richtung des ÖFB-Geschäftsführers.
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